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Zu Fuß durch Barcelona

Unser Autor Tim Sohr hat eine Vergangenheit mit Barcelona. Bei jedem Wiedersehen überlegt er, ob er es nicht noch mal versuchen soll.


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BarcelonaEs ist 13 Uhr, direkt gegenüber von Martas Freiluftatelier öffnet Cal Pep gerade seine kleine Pforte. Bessere Tapas als bei Pep findet man in der ganzen Stadt nicht - da ist man sich in Barcelona so einig wie sonst höchstens bezüglich des FC Barcelona. Das "Cal Pep" ist zugleich Bar und Restaurant, trotzdem sollte man die Stehtische im vorderen Bereich dem gemütlichen Hinterzimmer jederzeit vorziehen, sonst entgeht einem sowohl die sympathische Zubereitungsshow am Tresen als auch das Treiben auf dem Vorplatz. Von hier aus führt die Carrer Vidrieria tiefer ins Gassennetz von El Born, vorbei an der Filiale von Custo Barcelona. "Wenn diese Straßen und Hinterhöfe Geschichten erzählen könnten...", sagt Carla und lächelt verlegen. Die zierliche Verkäuferin sitzt schüchtern hinter der Verkaufstheke und blättert in einem Modemagazin. Um die Mittagszeit schlummert der Einzelhandel noch vor sich hin, selbst in den Shop der katalanischen Designer-Legende verirrt sich kaum ein Kunde. Die mediterrane Beschaulichkeit, die wie eine Dunstglocke über dem Viertel liegt, ist für Carla eine unterschätzte Qualität der Stadt. "Barcelonas Ruf als durchgedrehte Partymetropole halte ich für etwas übertrieben", sagt sie und zieht eine Augenbraue skeptisch hoch. "Natürlich wissen die Leute, wie man hier feiert.

Die Diobar oder der Club Mix sind fantastische Clubs. Aber für mich ist Barcelona eher wie El Born - gemütlich und ein bisschen verrückt." Eine Einschätzung, die man nicht teilen muss, aber was El Born betrifft, hat sie recht. Gemütlich und ein bisschen verrückt ist auch der Schokoladenshop Xocoa, der seine handgefertigten Produkte nicht nur in Form von Pralinen, Tafeln oder Kakao anbietet. Auch Bodylotion, Duschgel, Seifen oder Kerzen findet man in dem kleinen, süßlich duftenden Laden. Ein paar Schritte weiter, auf der Passeig del Born, reihen sich die Restaurants und Tapasbars aneinander. Abel streunt hier den ganzen Tag um die Touristen herum und schnorrt Zigaretten. Eine Packung kriege er immer zusammen, versichert er stolz und steckt sich eine an. Abel ist 25 Jahre alt und lächelt viel durch seinen wilden Bart. Aber es gibt da etwas, das er unbedingt klarstellen will: "Warum schweifen Europäer immer in die Ferne? Ich sehe in Los Angeles oder Rio de Janeiro nichts, was es nicht auch in Barcelona gibt. Wir haben Strand, Berge und gutes Wetter. Die Leute sollten vor ihrer Haustür genauer hinsehen. Nur weil etwas weiter entfernt liegt, ist es noch lange nicht besser." Für Abel ist Barcelona die schönste Stadt der Welt. Viel mehr erzählt er nicht von sich, denn die Bewohner der Stadt öffnen sich nicht so schnell, wie man ob des lebensfrohen Image der Metropole glauben könnte. Bis sie ihr Vertrauen schenken, begegnen sie dem Fremden erst einmal mit beinahe hanseatischer Zurückhaltung. Eine Zigarette hätte er aber trotzdem gern noch.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Barcelona mehr ist als nur eine durchgeknallte Partymetropole


Alle Adressen auf einen Blick
Cal Pep, Plaça de les Olles 8, Tel. 0034 / 933 10 79 61, calpep.com
Club Mix, Carrer Comerc 21, Tel. 0034 / 933 19 46 96, clubmixbcn.com
Diobar, Avenida Marqués d'Argentera 27, Tel. 0034 / 933 19 56 19
La Vinya Del Senyor, Plaça Santa Maria 5, Tel. 0034 / 933 10 33 79
Xocoa, Carrer Vidrieria 4, Tel. 0034 / 933 19 79 05, xocoa-bcn.com
Custo Barcelona, Plaça de les Olles 7, Tel. 0034 / 932 68 78 93, custo-barcelona.com
Coquette, Calle Rec 65, Tel. 0034 / 932 95 42 85, coquettebcn.com
Museu Picasso, Carrer Montcada 15-23, Tel. 0034 / 932 56 30 00, Di-So 10-20 Uhr, museupicasso.bcn.cat
Santa Maria Del Mar, Plaça de Santa Maria, Mo-Sa 9-13.30 Uhr,16.30-20 Uhr, So 10-13-30 Uhr, 16.30-20 Uhr
 
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