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Stadtteilchecks

Hier will ich leben: PRINZ-Stadtteiltest München


Das neue München
Neubaugebiete haben nicht den besten Ruf. Vor allem im traditionsbewussten München. PRINZ hat sich drei neue Stadtquartiere näher angesehen und erlebte dabei so einige Überraschungen - positive wie negative.



Stadtteilcheck München "Ich lebe hier wie in einem Dorf." Es ist vielleicht der bezeichnendste Satz, der bei diesem Treffen fällt. Karin Heese, engagierte Bewohnerin am Ackermannbogen, führt durch ihr Viertel. Die Idylle ist tatsächlich überwältigend. Kaum ein Auto auf den Straßen, überall spielende Kinder, Elterngrüppchen und Spaziergänger. Die Wette, dass wir auf unserer Tour durchs Quartier mindestens drei Personen treffen, die sie persönlich kennt, gewinnt Frau Heese nach nur wenigen Metern. "Für Familien mit Kindern ist das hier das Paradies", sagt die Mutter eines Jungen. Vier Kindergärten, drei Krippen und zwei Horte wurden bereits gebaut, weitere sollen folgen. Quartiersgestaltung im Sinne von Familien. Mitten in München. Quartiersgestaltung ist auch der erste Begriff, der uns einfällt, als wir durch die Messestadt Riem schlendern.

Alles wirkt perfekt durchgeplant. Auch hier sollen vor allem Familien mit Kindern ein Zuhause finden. Shopping-Möglichkeiten und Kulturangebot in den Riem Arcaden, eine Lage außerhalb der Stadt und dennoch im Einflussgebiet und zahlreiche Grünanlagen sprechen für die Messestadt - vorausgesetzt, es gelingt den Planern, dem Viertel mehr Leben und Charme einzuhauchen. Bisher wirkt alles noch zu steril. Mit Spannung sahen wir unserem Trip zum Schwabinger See entgegen - wird der doch im Volksmund als "schwarze Lacke" bezeichnet. Wir erwarten Grauenvolles - und sind überrascht: Wer damit leben kann, in etwas tristen Reihenhäusern zu wohnen, wird mit einer Ruheoase mitten in München belohnt. Kaum ein Geräusch dringt von der nahen Ungererstraße herüber, nur ab und zu vernimmt man das Quaken der Enten im Biotop - denen es wohl auch zu laut geworden ist, gleich drüben, im Englischen Garten.


Stadtteilcheck MünchenMein Viertel: Karin Heese, 45, beeidigte Übersetzerin, Ackermannbogen
"Das Leben am Ackermannbogen ist für uns perfekt: mitten in der Stadt und doch wie in einem Dorf. Es gibt viele gemeinsame Interessen und neue Freundschaften. Der Ackermannbogen ist ein besonders verkehrsberuhigtes und kinderfreundliches Viertel. Das Speisecafé Rigoletto und die Nachbarschaftsbörse dienen als Treffpunkt. In den Gemeinschaftsräumen finden viele Kurse statt, und der Nachbarschaftsverein Ackermannbogen e.V. (vom Wagnis e.V. ins Leben gerufen) bildet das Dach für verschiedene ehrenamtlich tätige Gruppen rund um die Themen Kultur, Ökologie, Quartierszeitung, Internet und Quartiersentwicklung."

Die Kriterien:
Mietpreise: Wie teuer sind die Wohnungen? Hohe Punktzahl = günstige Miete. Grünfaktor: Grünanlagen, Parks, Wasser: Wie hoch ist der Naherholungswert? Ausgehwert: Wie viele Restaurants, Bars und auch Clubs gibt es im Viertel? Infrastruktur: Öffentliche Verkehrsmittel, Radwegenetz, Parkplätze. Architektur: Sieht das Viertel gepflegt oder heruntergekommen aus? b Gibt es Kitas, Schulen, Spielplätze? Kreativität: Leben inspirierende Kreative hier? Gibt es Theater, Museen, Galerien? Sicherheit: Wie hoch ist die Kriminalität? Hohe Punktzahl = sicheres Viertel. Weltoffenheit: Leben hier Menschen verschiedener Kulturen und Nationalitäten? Zukunftsperspektiven: Investiert die Stadt in das Viertel, oder verkommt es? Latte-macchiato-Faktor: Das ist diese Mischung aus Hipness und Gemütlichkeit, die jeder sofort spürt, wenn er offen durchs Viertel geht.


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